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Gastspiel: Herr Wolf und die sieben Geißlein

2026-07-24T11:19:03+02:00

Regie Daniel Wagner • Bühne Ewald Otto • Puppen Mechtild Nienaber • Gastspiel Pierre Schäfer

Ein alter Uhrmacher erzählt die Geschichte einer alten Uhr. Oder besser, eine alte Uhr erzählt eine Geschichte eines alten Uhrmachers. Oder noch besser, eine alte Geiß erzählt die Geschichte einer alten Uhr des alten Uhrmachers. Oder am besten erzählt die Geschichte der kleine Hopf, das jüngste Geißlein der alten Geiß. Ihr werdet die Geschichte vielleicht nicht glauben. Aber sie ist doch wahr, so wahr, wie der böse Wolf am Ende tot ist und alle sieben Geißlein am Ende tanzen. Wenn ihr es nicht glaubt, müsst ihr euch unbedingt die Geschichte erzählen lassen und wenn ihr es glaubt, dann erst recht.

Lebendige Dialoge, pointierte Spielweise, rasche Szenenwechsel lassen Grimms Märchen zu einer kurzweiligen Stunde bester Puppentheaterunterhaltung werden.

Eine Koproduktion mit La Strada, Graz und T-Werk, Potsdam.

VOR- UND NACHBEREITUNG
AUF DER SUCHE NACH DEM 7. GEISSLEIN – ein Papier-Figuren-Knörkel-Workshop

La Mue/tte (F, ARG): les Folles – die Verrückten

2018-07-04T01:08:23+02:00

Magisches Triptychon über die stille Kraft des Widerstands

Gut, dass es Mütter gibt. Sie spinnen Garn. Weben, sticken und halten die Familie zusammen. Unter den Bedingungen von Inquisition und Diktatur aber, wenn täglich Menschen verschwinden, verstummen die Mütter. Aus der Stille erwächst Widerstand. Mit Kreuzstich besticken sie ihre Tücher und tragen sie als Zeichen von Protest singend auf der Plaza de Mayo mitten in Buenos Aires in den siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Delphine Bardot und Santiago Moreno nehmen diese Epoche der Grausamkeiten zum Ausgangspunkt, um an jene unerschrockenen Frauen und auch Männern zu erinnern. Sie bitten zu einem faszinierenden Parcours voller Poesie mit verwirrenden optischen Erscheinungen, magischen Apparaten und einem temperamentvollen südamerikanischen
Ein-Mann-Orchester.

A puppeteer and a one-man-orchestra take you along on a fascinating journey. Learn from moving pictures about the capabilities of mothers in times of inquisition and dictatorship.

Cie Gare Centrale (B): Quo vadis?

2018-07-04T01:08:32+02:00

Affenstarkes Objekttheater jenseits von Eden

Agnès Limbos, Großmeisterin des Objekttheaters, greift als Bühnenfigur „Sie“ tief in eine Tonne, die Erinnerungen enthält. Da kommt so Einiges auf den Tisch, an  dem „Sie“ sitzt. Vom vertrauten Gegenstand bis zum weichen, feuchten Rohstoff, der erst in Form geknetet werden muss. Doch was tun mit all den Erinnerungen, die ans Licht kommen, mit all den Enttäuschungen auch: Wo ist der versprochene Prinz, wo das Schloss, wo die blühenden Landschaften? Tiefer und tiefer gräbt sie, und gleichzeitig tropft unablässig Schlamm auf „Sie“ herab. Er besteht aus mikroskopisch kleinen, festen Teilchen, aber dennoch … und zu allem Übel sitzt noch immer der alte, weise Affe in der Krone der Palme und weiß es besser …

„She“ gets memories beyond Eden from the trash container as wet soil drips incessantly.  Awesome object theatre!

Musiktheater BOT (NL): LEK

2018-07-04T01:08:39+02:00

Erstaunliche Show über die Lebenslust, das Alter und die Furchtlosigkeit vor der Vergänglichkeit

Die Männer von BOT sind in Magdeburg bekannt durch Ihr furioses Konzert RAMKOERS in 2016. Hurra, da sind sie wieder. Diesmal fallen sie behutsam mit der Tür ins Haus, in der Gewissheit, dass eines Tages auch der letzte Cocktail mit Party-Schirmchen ausgetrunken ist. Dann sehen sie und wir mit ihnen endlich den Grund des Glases. Die Vier stimmen uns darauf ein, was kommen kann: Eine feine Lady wird mit Anmut zum Cello, wenn sie erst mal im Rollstuhl sitzt. Auch die Tanzschuhe haben nach der Auflösung ihres Trägers nicht ausgedient. Sie brauchen nur eine Gehhilfe. Der Fluss des Vergessens dröppelt aus dem Nachtlicht, rinnt durch künstliche Blutgefäße und treibt die müde Klopfmaschine an, die einmal unser Herz war. Genießen wir den verschmitzten Klang der kleinen Zahnprothese. Dank BOTs Ermutigung können wir in Ruhe vertrotteln. Jawoll.

Four musicians in short skirts put us in the mood for the things, which may happen, when the sense of infinitude starts to leak. A poetic ode to the lust for life and the fear of transience.

La main d’oeuvres (F): Variatons sur un départ – Variationen einer Abreise

2018-07-04T01:08:48+02:00

Theaterstück aus Raum, Objekten und Bewegung über den Sinn des Lebens in unserer unsicheren Zeit

Am Anfang ist immer ein Haus. In diesem Haus gibt es mindestens eine Sprache. In dieser Sprache gibt es Wörter. Viele Wörter. Wir verstehen sie, denn sie haben uns gemacht. – Verlassen wir eines Tages das Haus, bleibt dann unsere Sprache zurück? – Der Aufbruch beginnt. Bald werden wir in einem anderen Land leben,  in einem anderen Haus, in einer anderen Sprache vielleicht. In einer anderen Kultur, wird gesagt. Aber das alte Haus und die Sprache verfolgen uns. Und die Flucht ist so schrecklich wie notwendig, damit wir überleben. In dieser Geschichte macht sich eine Frau, sie ist eine Tänzerin, auf den Weg in alle vier Ecken der Welt. Dort sucht sie nach dem Gleichgewicht, das sie verloren hat. Für immer? Der Koffer der Frau füllt sich mit Meerwasser für die Überfahrt. Und ihre Worte werden begleitet von einer eindringlichen Melodie auf dem Klavier.

A woman is on the run. She searches in all four corners of the world for her lost balance. A piano melody is accompanied by speech and her quest.

L’Insolite Mécanique (F): Je brasse de l’air

2018-07-04T01:09:35+02:00

Objekt-Laboratorium der mechanischen Illusionen

Magali Rousseau lädt uns ein, ihr an einen Ort zu folgen, der scheinbar außerhalb der Zeit liegt. Er mutet an wie ein Laboratorium, oder ist er gar ein Biotop für lichtscheue Objekte? Verborgen im Helldunkel erwarten Maschinenwesen den göttlichen Funken ihrer Meisterin. Mit einem spielerischen Impuls lockt sie sie ins rechte Licht. Diese Objekte nehmen sich aus wie materialisierte Fantasien unserer Kindheit. Sie wollen laufen, kriechen, klettern und unternehmen erste Flugversuche. Sind sie vielleicht sogar verwunschene Wesen und ehemals aus Fleisch und Blut? Poetisch, witzig oder traurig erscheinen sie und rufen Erinnerungen wach, die unsere Vorstellungskraft, unsere Hoffnungen und Ängste inspirieren.

Magali Rousseau invites us to follow her to a place apparently beyond time. Machine beings concealed by the half-light await the divine spark of their master.

Zero en Conducta (E): Nymio. Historias Mínimas – Kleine Geschichten mit den Händen erzählt

2018-07-04T01:09:56+02:00

Puppenspielerische Meisterschaft trifft Einfachheit: charmante Miniaturen im „Handumdrehen“

Diese „zirzensische Show“ erschafft selten erlebte, berührende und authentische Charaktere. Hände, ins Licht einer einfachen Wanderlampe getaucht, werden zu wahren Meistern der Imagination. Mit einfachsten Mitteln, dafür aber mit umso mehr puppenspielerischer Meisterschaft entstehen vier Theaterminiaturen  buchstäblich aus dem Nichts. Sie sind gerade lang genug, um unsere Seele zu streicheln und um das Kind in uns anzurühren. Gott sei Dank aber kurz genug, um uns das Herz nicht gänzlich zu brechen, wenn der Meister seine Geschöpfe im Handumdrehen wieder entmaterialisiert.

Hands are masters of transformation on stage. They tell us their dreams and dance about them in a very charming way. 

Cie Pseudonymo (F): Noirs comme l’ébène – Schwarz wie Ebenholz

2018-07-04T01:10:04+02:00

Schneewittchen-Traum jenseits realer Gewissheiten

Diese Inszenierung verzaubert ein Märchen der Brüder Grimm. Hier ist Gift im Spiel. Es lässt uns ins Wasser des Unbewussten springen. Es führt uns in den Traum, in dem Schneewittchens seltsame Geschichte schwebt. Das Mädchen schläft einen Todesschlaf, abgeschieden vom Rest der Welt. Nichts erwartet sie. Niemandem ist sie versprochen. Stiefmutter oder Mutter haben Schneewittchen in diese Lage gebracht. Aber ganz allein ist die Schlafende nicht. Nach ihrer harten Arbeit im Bergwerk kommen Zwerge oder Kinder (wir wissen es nicht). Sie beschützen und bewundern das Mädchen. Die Uhr anhalten können sie nicht. Ewige Jugend und Schönheit bleiben der Schlafenden versagt. Sie altert unvermeidlich. Mit der Zeit verschwindet die Grenze zwischen Opfer und Giftmörderin. Auf der Bühne entfaltet sich eine Welt der Geister und Fantasien, die den Zuschauer in einem wilden Strudel hinfort reißt mit einer Bildfolge, die bezaubernd, verstörend und zugleich abgründig ist.

Magic and a pinch of poison lead us into the world of ghosts and fantasies. They lead us into the dream in which Snow White’s curious tale floats.

Edgar Allan Poe’s Haunted Palace featuring The Tiger Lillies (GB)

2018-07-04T01:10:10+02:00

Die rabenschwarze Welt Edgar Allan Poes im postmodernen Vaudeville

In einem Spukschloss ringt ein Poet mit seinen inneren Qualen. Er trifft einen teuflischen Raben, der ihm tiefschwarze, Ruhm und Ehre versprechende Tinte gibt. Wie im Wahn beginnt er zu schreiben. Auf der Suche nach weiterer Tinte rennt er durch die Gänge und Flure des Schlosses. In jedem Raum findet er Poes Geschichten, Gedichte und Fantasie. Inspiriert von der unheimlichen Poesie tauchen die Tiger Lillies mit ihrem bizarren Mix aus anarchischer Oper, Zigeunerliedern und postmodernem Vaudeville in die finstere Welt Edgar Allan Poes. Die Meister des dunklen Humors durchfahren die inneren Pfade der Dichterseele in ihrer Konzert-Show voll Lieder von tiefer Traurigkeit, kurioser Lyrik und unermesslicher Schönheit.

The sinister poetry of E. A. Poe meets the twisted humour of the Tiger Lillies. They create Poe’s raven-black world in a bizarre mixture of anarchic opera, gypsy songs and post-modern vaudeville.

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Figurentheater Antje Töpfer (D): 3 Akte – das stumme Lied vom Eigensinn

2018-07-04T01:10:18+02:00

Flüchtiger Bilderbogen voller Poesie und Schönheit

Jedes Material – sei es Papier, Stoff oder Plastik – hat einen eigenen Charakter, eigene Bedürfnisse und eigene Verwandlungsmöglichkeiten. Inspiriert von drei vergangenen Inszenierungen und drei „abgespielten“ Materialien bearbeitet Antje Töpfer drei Geschichten, die sie nicht loslassen. Diese handeln von  widerborstigen Grenzgängern: vom lebendig begrabenen Kind, der übergestreiften Eselshaut und dem ins Eismeer gestoßenen Mädchen.

Aus Mythischem, Biografischem und Fiktionalem entsteht im Zusammenspiel mit dem Live-Musiker Christoph Mäcki Hamann ein Abend über den Eigensinn vom Material, die Dickköpfigkeit von Ideen und die dringend notwendigen Verwandlungen. Was die beiden Protagonisten dabei an ästhetischer Entschiedenheit, feinnervigem Zusammenspiel, Sinnlichkeit und formaler Konzentration auf die Bühne bringen, berührt, aktiviert und bleibt lange im Gedächtnis.

Three acts | Myth, biography and fiction are the ground from which a performative musical evening about the self-will of the material, the stubbornness of ideas and essential transformations arises.

Die Spielzeit wird unterstützt durch:
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