Diskursreihe Am roten Faden

In der Spielzeit 2025/26 geht unsere im letzten Jahr gestartete Diskursreihe weiter. Die Idee bleibt dieselbe: aktuelle Fragen und Themen in freien Formaten.

Ob Podiumsdiskussion, szenische Lesung, Musikabend oder Performance mit Nachgespräch, ob mit eingeladenen Gästen oder dem Ensemble – alles ist möglich. Und auch der Ort findet sich immer wieder neu: Wir hangeln uns Am roten Faden entlang über die Bühnen, die Figurensammlung in der villa p. oder dorthin, wo es gerade passt.

Hängt die Welt am seidenen Faden? Wie spinnt man ein Netzwerk? Können Marionetten rassistisch sein? Wir freuen uns über Ihre und Eure Beteiligung beim Entwirren der Fäden!

Wohin die Elbe fließt

Am roten Faden 7 – Eine Fährfahrt zwischen sinkender Utopie und singender Dystopie.

Foto: Julia Blawert

Mit „Die Elbe fließt ins Mittelmeer“ erforschte die Performancekünstlerin Julia Blawert 2025 gemeinsam mit dem Puppentheater den Begriff der Grenzen in und um Europa. Nun fragen wir: Wie ist die Lage?

Flüsse stehen für permanente Veränderung und geologische Verortung zugleich. Die Elbe ist Sinnbild einer Geschichte mit Aufs und Abs. Aber empfinden wir Magdeburger*innen die Dinge im Augenblick eigentlich als veränderbar oder vorbestimmt – als Hochwasser oder Normalpegel? Worin besteht unser Kompass? Ist es zu spät für glückliche Veränderungen, wenn vermehrt Menschen eine Revolution von rechts herbeisehnen? Wohin steuern wir und wie können wir entscheiden, ob wir stromauf- oder -abwärts fahren?

Julia Blawert schwärmt aus und sammelt Stimmen in Magdeburg. Aus den Interviews entsteht ein Kompass und ein Maskenspiel auf der Fähre. Wir verhandeln den Lauf der Geschichte gemeinsam – wir schreiben zusammen Geschichte und lauschen der Musik des Flusses.

Termin: 21. und 22. Mai 2026, jeweils 18:00 Uhr, Treffpunkt: Elbfähre Buckau

Konzept: Julia Blawert, Moritz von Schurer / Spiel: Julia Blawert, Richard Barborka, Florian Kräuter, Svea Schiedung

Mit freundlicher Unterstützung von Weiße Flotte Magdeburg

Dinge der (Un)Möglichkeit

Am roten Faden 6 – Eine Live-Hörspiel mit Objekten.

Am roten Faden 6

Foto: Ansgar Beck

Cyborgs, Klimakatastrophen, dystopische Überwachungsstaaten, Apokalypsen – schon immer haben Menschen nicht ganz so fröhliche Zukunftsszenarien gesponnen. Aber wie wir aus dem Puppenspiel wissen – im grotesk Verzerrten erkennen wir uns selbst oft deutlicher.

In der sechsten Ausgabe unserer Diskursreihe „Am roten Faden“ werden Auszüge aus drei neuen dramatischen Texten, die sich mit möglichen Enden und Anfängen unserer Welt beschäftigen, zum Leben erweckt.

Als Live-Hörspiel hören wir mithilfe von Materialien und Objekten in nahe und ferne Zukünfte hinein und diskutieren gemeinsam mit dem Publikum, was diese Fiktionen auslösen. Wie klingt das posthumane Zeitalter und was haben Puppen dazu beizutragen?

Termin: 2. April 2026, 19:00 Uhr, Saal, Puppentheater

Konzept: Sofie Neu / Spiel: Sofie Neu, Jan Preißler (Gast), Jana Weichelt

Nach der Mauer. In der Kurve. Vor der Wahl.

Am roten Faden 5 – Eine Fusion aus Objekten, Liebe und Projektionen.

Foto: Jan Mohnhaupt

Foto: Jan Mohnhaupt

Was hält uns zusammen, 35 Jahre nach der Wiedervereinigung und ein Jahr vor der Landtagswahl? Vielleicht ist es ja die Liebe? Die zum 1. FC Magdeburg zum Beispiel.

Sie geht tief, bewegt Massen, schafft Gemeinschaft. Ausgehend von dieser Fanliebe wird am Puppentheater ein vielschichtiges Bild gesellschaftlicher Gegenwart entworfen. Die Kurve, die Choreos, die Lieder, sie werden zur Projektionsfläche für Lebenswirklichkeiten im Osten und Zugehörigkeiten. Drei Puppenspieler*innen, ein Autor und eine Politikerin begeben sich auf eine performative Suche zwischen Bühne, Stadion und Wirklichkeit.

Mit Projektionen, Objekten und Musik möchte dieser Abend im November erzählen, was Demokratie und Liebe in Sachsen-Anhalt sein können, im Alltag, auf den Straßen und auf den Rängen.

Termine: 20. und 21. November 2025, jeweils 20:00 bis 21:00 Uhr, Kleine Bühne, Puppentheater

mit Louise Müller (Die Linke) und Jan Mohnhaupt (Autor)
Spiel: Florian Kräuter, Leonhard Schubert und Jana Weichelt
Konzept: Miriam Locker